Ein frisch gezapftes Bier mit einer perfekten Schaumkrone begeistert jeden Bierliebhaber. Damit das Zapfen gut gelingt, ist der richtige Zapfdruck entscheidend. Wie Sie diesen ermitteln, erklären wir Ihnen im Folgenden.
Welche Faktoren beeinflussen den Zapfdruck?
Der Zapfdruck setzt sich aus dem Sättigungsdruck und dem Förderdruck zusammen. Wie hoch er sein muss, hängt von folgenden drei Faktoren ab:
- Biertemperatur
- Höhenunterschied
- Reibungsverlust
1. Die Biertemperatur bestimmt den Sättigungsdruck
Der Sättigungsdruck hängt hauptsächlich von der Biertemperatur ab. Er ist umso geringer, je niedriger die Biertemperatur ist.
Je nach Temperatur kann der Sättigungsdruck zum Beispiel folgende Höhe haben:
| Biertemperatur | Sättigungsdruck |
| 5 °C | 0,8 bar |
| 8 °C | 1,0 bar |
| 10 °C | 1,2 bar |
| 12 °C | 1,4 bar |
| 15 °C | 1,6 bar |
| 20 °C | 2,0 bar |
2. Wie groß ist der Höhenunterschied?
Der Höhenunterschied zwischen dem Boden des Bierfasses und dem Schankhahn ist einer der beiden Faktoren, die für die Berechnung des Förderdrucks relevant sind. Pro Meter Höhenunterschied ist ein Druck von 0,1 bar nötig.
3. Wie groß ist der Reibungsverlust beim Zapfen?
Der Reibungsverlust ist der zweite Faktor, der für den Förderdruck eine Rolle spielt. Wenn das Bier beim Zapfen durch die Bierleitung fließt, kommt es zwangsläufig zu Reibungsverlusten, die ausgeglichen werden müssen.
Wie groß der Reibungsverlust ist, hängt von der Länge sowie vom Durchmesser der Bierleitung ab:
- Bei einer Bierleitung mit einem Durchmesser von 7 mm ist ein zusätzlicher Druck von 0,1 bar pro 2 m erforderlich.
- Bei einer Bierleitung mit einem Durchmesser von 10 mm ist ein zusätzlicher Druck von 0,1 bar pro 6 m erforderlich.
Wie ermittelt man den Zapfdruck?
Wenn man den Sättigungsdruck, den Höhenunterschied sowie den Reibungsverlust ermittelt hat, lässt sich der Zapfdruck ganz leicht berechnen. Zu diesem Zweck müssen die drei Werte einfach addiert werden.
Bei einer Biertemperatur von 15 °C, einem Höhenunterschied von 2 m und einer 6 m langen Bierleitung mit einem Durchmesser von 10 mm würde das zum Beispiel wie folgt aussehen:
- Sättigungsdruck des Biers: 1,6 bar
- Ausgleich des Höhenunterschieds: 0,2 bar
- Ausgleich des Reibungsverlusts: 0,1 bar
Der Zapfdruck beträgt in diesem Fall also 1,9 bar.
Wie wird der Zapfdruck eingestellt?
Bier wird in den meisten Fällen mit CO2 gezapft. Da der Druck in der CO2-Flasche viel zu hoch ist, muss sie an einen Druckminderer angeschlossen werden. Am Druckminderer lässt sich der Zapfdruck dann auf die erforderliche Höhe einstellen.
Es ist wichtig, dass Sie dabei genau vorgehen. Vermeiden Sie sowohl einen zu hohen als auch einen zu niedrigen Zapfdruck. Beides kann sich negativ auf die Zapfergebnisse auswirken.
Was passiert bei einem zu niedrigen Zapfdruck?
Ist der Druck beim Zapfen zu niedrig, entweicht die Kohlensäure aus dem Bier. Das führt mitunter dazu, dass nur Schaum aus dem Zapfhahn austritt. Außerdem wird das Bier schal, wenn ihm Kohlensäure fehlt.
Was passiert bei einem zu hohen Zapfdruck?
Ist der Zapfdruck zu hoch, kann das ebenfalls zu einer vermehrten Bildung von Schaum führen. Beim Zapfen wird zusätzliche Kohlensäure in das Bier gedrückt. Das führt nicht nur zu einer vermehrten Bläschenbildung, sondern beeinträchtigt darüber hinaus auch den Biergeschmack.